Bürgervereinigung Köln-Ehrenfeld von 1954 e.V.

Seit 1954 in Bewegung für's Veedel!

Historie

66 Jahre Bürgersinn für Ehrenfeld

Bürgervereinigung Köln-Ehrenfeld wurde 1954 gegründet

Wie bei der Gründung von Ehrenfeld anno 1845, schlug die Geburtsstunde der Bürgervereinigung 1954 in der Gaststätte Herrmuth an der Subbelrather Straße. In einer Skatrunde saßen der Kaufmann Hans Wild, der Volkswirt Walter Knoop, der Bauunternehmer Gottfried Steeg und Gastwirt Eugen Herrmuth zusammen. Ihre Absicht war es, sich um die kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Fragen des Stadtteils Ehrenfeld zu kümmern. So wurde die Idee zur Bürgervereinigung geboren und die Gründung vorbereitet. Maßgeblich beteiligt daran waren Hans Wild, Walter Knoop, Fritz Steeg, Fritz Kleemann, Wilhelm van den Valentyn und Albert Wallpott. Im gleichen Jahr (02.03.1954) fand auch der erste Ehrenfelder Dienstagszug statt, an dem 4.000 Schulkinder teilnahmen. Die Trümpfe bei der geplanten Förderung kommunaler Interessen und der Traditionspflege waren schon damals die parteipolitische und konfessionelle Neutralität. Am 28. Februar 1955 fand in der Gaststätte Herrmuth an der Subbelrather Straße 221 die offizielle Gründung statt. Sie wählten Hans Wild zum ersten Vorsitzenden.

Viele Probleme standen knapp ein Jahrzehnt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs an: Restaurierung der Ehrenfelder Plätze, soziale Belange, Bau von Wohnraum, Schaffung von Sportstätten, Kindergärten und Spielplätzen, Belebung des volkstümlichen Karnevals, Unterstützung und Werbung für die örtliche Wirtschaft und vieles andere mehr. Die Besucherzahlen zeigten schnell, in welche „Marktlücke“ die Bürgervereinigung vorgestoßen war. Die Bürger bewiesen von Anfang an großes Interesse. Starthilfe bekam der neue Verein von Dr. Leo Creischer, dem damaligen Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft der Kölner Bürgervereinigungen. Zu Unterstützern der ersten Stunde zählten aber auch Mandatsvertreter verschiedener Parteien, die einen engen Kontakt anregten und ihre Mitarbeit anboten.  Es dauerte nicht lange, da hatte die Bürgervereinigung Kontakt zur Verwaltung. Im Sommer 1955 fand ein Gespräch mit Oberstadtdirektor Dr. Max Adenauer statt. Im August 1955 unternahm die Bürgervereinigung eine erste Informationsfahrt mit verschiedenen Stadtverordneten sowie Vertretern der Verwaltung, der Kirchen, der Wirtschaft und der Ortsvereine. Im Vordergrund stand die kommunalpolitische Arbeit. Turnusmäßig wurden Rat und Verwaltung detaillierte Denkschriften über Ehrenfelder Anliegen und Probleme übergeben. Immer wieder stellten sich die Politiker aus dem Rathaus bei Diskussionen der Bürgervereinigung den Fragen der Bürger.

Viele und erfolgreiche Aktivitäten weist die Chronik der Bürgervereinigung auf. Mit dem ersten „Ehrenfeld Abend“ 1956 betrat die Bürgervereinigung auch das kulturelle Parkett im Veedel. Eine Fülle von Ereignissen brachte die Ehrenfelder Chronik des Jahres 1957: auf dem Geisselmarkt wird ein Brunnen des Bildhauers Kurt Wolf von Borries, eine Stiftung von Walter Franz, dem damaligen Geschäftsführer des Autohauses Fleischhauer, aufgestellt. Die „Arbeitsgemeinschaft Ehrenfelder Kinder-Karnevalszug“ wird offiziell gegründet. Die Bürgervereinigung übernimmt die Schirmherrschaft und die Führung des Ehrenfelder Dienstagszuges, der seit 1954 durch das Veedel zieht.

Am 17. Dezember 1958 kann mit Förderung der Bürgervereinigung die erste Ausgabe des „Ehrenfelder Wochenspiegels“ (heute Kölner Wochenspiegel) mit 20000 Exemplaren erscheinen. Die Bürgervereinigung unterstützte die Pläne von Willi Rehm zur Herausgabe einer Zeitung für die Bürger Ehrenfeld und leistet Hilfe bei der Gestaltung der ersten Ausgaben. In den folgenden Jahren erreichte die Bürgervereinigung, dass die Straßenbahnlinie 5 aus der Landmannstraße verlegt wird. 1960 stiftete der Verein den Max-und-Moritz-Brunnen von Hein Derichsweiler für den Lenauplatz. Auch bei den Planungen der heutigen A 57 mischte die Bürgervereinigung kräftig mit, holte Informationen ein, unterstützte die „Interessengemeinschaft Blücherpark“ und erreichte, dass die Autobahn nicht in Hochlage, sondern in Tieflage geplant wurde. 1964 wurde die neue Sporthalle Everhardtstraße eröffnet. 1965 stellte Ehrenfeld das erste Kölner Kinderdreigestirn, dessen Ursprung in Ehrenfeld liegt. Der heutige Festausschuss Ehrenfelder Karneval war Jahre lang eine Arbeitsgemeinschaft innerhalb der Bürgervereinigung. Ab 1965 befasst sich ein Arbeitskreis mit Sanierungsfragen von Alt-Ehrenfeld.

1967 erscheint das erste Buch über Ehrenfeld: „Ehrenfeld einst und jetzt“ vom späteren Bürgervereinsvorsitzenden Gerhard Wilczek setzt bis heute Maßstäbe in der Geschichtsforschung im Stadtbezirk Ehrenfeld. 1968 folgt Wilhelm van den Valentyn als Vorsitzender auf Hans Wild. Bereits Ende der 1960er-Jahre schlug die Bürgervereinigung die Einrichtungen von Bezirksvertretungen vor, die die kommunalen Anliegen der Bürger besser durchsetzen können. Traditionspflege, das Gespräch mit den Bürgern und mit den Spitzen der Verwaltung und die kulturelle Arbeit waren nach wie vor Kernthemen der Bürgervereinigung. Diese Strategie änderte sich auch nicht als 1975 die Bezirksvertretungen eingeführt wurden. Im gleichen Jahr übernimmt Gerhard Wilczek die Leitung des Vereins. Mit seinem kongenialen Stellvertreter Hans Wallpott prägt er mit viel Sinn für Veedel und Geschichte bis 1987 die Chronik der Bürgervereinigung und die gesellschaftliche Entwicklung von Ehrenfeld und Neuehrenfeld. Mit drei „Kulturwochen“ wird 1979 die Verleihung des Stadtrechts vor 100 Jahren gefeiert. Knapp zehn Jahre bis zur Vollendung 1989 wird der U-Bahnbau auf der Venloer Straße kritisch und konstruktiv begleitet.

Hervorzuheben als Vorsitzender ist auch Johannes Maubach. Von 1991 bis 2013 wirkte er mit seinem ideenreichen Engagement an der Führungsspitze des Vereins. Ihm haben wir den „Ehrenfelder Geschichtspfad“ und Publikationen zur „Ehrenfelder Industriegeschichte“ und zum „Ehrenfelder Friedhof“ zu verdanken.

Seit 2017 leitet Dr. Dieter Brühl die Geschicke der Bürgervereinigung. „Die Bürgervereinigung hat die Entwicklung Ehrenfelds und Neuehrenfelds in den letzten 65 Jahren stark mitgeprägt. In den ersten 25 Jahren war das Wirken der Bürgervereinigung stark kommunalpolitisch geprägt. Ehrenfeld verdankt seine lebendige Brauchtums- und Erinnerungskultur in weiten Teilen auch dem ehrenamtlichen Engagement vieler helfender Hände in Reihen der Bürgervereinigung. Die Geschichtsforschung, das Brauchtum und die Kultur zu pflegen, sind nach wie vor wichtige Aufgaben des Vereins. Zu allen Zeiten waren die Interessen und Ansprüche der „Ehrenfelder“ immer breit gefächert. Auch heute beteiligt sich die Bürgervereinigung an aktuellen Diskussionen, bei denen es um die zukunftsfähige Entwicklung der Stadtteile und den Erhalt ortsgeschichtlich bedeutender Bauten geht.  Wir verstehen uns dabei als konstruktiven Partner von Politik, Verwaltung und den verschiedenen Interessengruppen in den Veedeln“, sagt Dieter Brühl, Vorsitzender der Bürgervereinigung.

Vorsitzende

1955 – 1968 -> Hans Wild (1906 – 1976)
1968 – 1975 -> Wilhelm van den Valentyn (1908 – 1999)
1975 – 1987 -> Gerhard Wilczek (1923 – 2003)
1987 – 1991 -> Hans-Jürgen Rossbach (1945 – 2009)
1991 – 2013 -> Johannes Maubach
2013 – 2017  -> Peter Freyschmidt

seit 23.03.2017 -> Dr. Dieter Brühl

 

Stellvertretende Vorsitzende

1955 – 1963 -> Friedrich Pering
1963 – 1968 -> Wilhelm van den Valentyn
1968 – 1987 -> Hans Wallpott
1987 – 1992 -> Volker D. Wilczek
1992 – 1999 -> Dr. Carl W. Barthel
1999 – 2007 -> Joachim Schulz
2007 – 2013 -> Claudia Fuchs
2013 – 2017  -> Michael Castillo

seit 23.03.2017 -> Hans Josef Felser

Ehrenvorsitzende

Hans Wild (†), Wilhelm van den Valentyn (†), Gerhard Wilczek (†), Hans Wallpott (†), Johannes Maubach