Bürgervereinigung Köln-Ehrenfeld von 1954 e.V.

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26. Oktober 2017
von Bürgervereinigung Ehrenfeld
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Tag des offenen Denkmals

Dank an Johannes Maubach

Unser Ehrenvorstitzender Hans Maubach hat es auch in diesem Jahr dankenswerter Weise übernommen, die Bürgervereinigung beim „Tag des offenen Denkmals“ würdig zu vertreten. Bei zwei sonntäglichen Führungen am 10. September hat er über 200 geschichtsinteressierte Bürgerinnen und Bürger vom Helios-Haus zum „blau-gold“-Turm geführt und mit Wissenswertem und Anekdoten aus dem „ahle Ihrefeld“ versorgt. Für sein unermüdliches Engagement möchte ich ihm im Namen des Vorstandes ausdrücklich danken!

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Tag des offenen Denkmals der Stadt Köln

Viele Kölner Denkmäler sind normalerweise nicht oder nur teilweise für die Öffentlichkeit zugänglich. Dies ändert sich jedes Jahr am Tag des offenen Denkmals. Dann werden viele Führungen zu Denkmälern angeboten, teils als Rundgänge, vor allem aber in sonst für Publikum oftmals geschlossenen Gebäuden.

Seit 25 Jahren beteiligt sich Köln an der bundesweiten Aktion, die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Bonn koordiniert wird. Der Tag des offenen Denkmals findet immer jeweils am zweiten Sonntag im September statt. Die Veranstaltungen in Köln werden jährlich von vielen begeisterten Gästen besucht.

2017 lädt der bundesweite Tag des offenen Denkmals dazu ein, sich mit den vielfältigen Ausdruckformen von „Macht und Pracht“ in allen relevanten Bereichen von Architektur- und Kunstgeschichte einmal bewusster auseinanderzusetzen. Dies wird in Köln am 9. und 10. September 2017 mit zahlreichen Veranstaltungen an bereits bekannten aber auch vielen neuen interessanten Orten geschehen. (Quelle: Internetseite der Stadt Köln)

Auch die Bürgervereinigung Köln-Ehrenfeld beteiligt sich am Tag des offenen Denkmals. Unser Ehrenvorsitzender Johannes Maubach führt zum Thema „Industriebauten des 19. Jahrhunderts in Ehrenfeld“.

Der Rundgang beginnt mit der Besichtigung des Verwaltungsgebäudes der ehemaligen
Helios-AG (1882). Nach einem Blick auf das „Wahrzeichen Ehrenfelds“ (um 1890) führt der
Weg zum ehemaligen Werksgelände der Waggonfabrik Herbrand (1869), vorbei an Bezirksrathaus und „Läsche-Nas-Brunnen“, und von dort zum ehemaligen Kontorhaus der Röhrenfabrik Müllers (1872) in der Herbrandstraße, in dem heute die Jugendhilfe Köln e.V. untergebracht ist. Nicht weit ist es bis zum ehemaligen „Wasserturm“
der Firma Leyendecker (1866), der durch die Bürgergarde „blau-gold“ vor dem Verfall gerettet wurde und seit 1989 die Heimat der Bürgergarde ist. Hier befindet sich auch die „Justitia“ (1880) vom Rathaus der ehemaligen Stadt Ehrenfeld.

Führungen: So. 10.9., 10:30, 13:00 Uhr, Johannes Maubach;
Dauer jeweils 90 Minuten, ca. 1 km
Treffpunkt: Vor dem Haus Venloer Straße 389
Veranstalter: Bürgervereinigung Köln-Ehrenfeld in Verbindung mit
Firma Bauwens, Jugendhilfe Köln und Bürgergarde
„blau-gold“ Köln
Bus und Bahn: 3, 4, 13, 141, 142, 143 Venloer Straße/Gürtel

(Quelle: Programmheft der Stadt Köln)

7. September 2017
von Bürgervereinigung Ehrenfeld
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Abriss nach 144 Jahren

Abriss nach 144 Jahren

Das historische „kleine Rathaus von Ehrenfeld“ wurde niedergelegt

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Das alte Backsteinhaus am Ehrenfeldgürtel 112 existiert nicht mehr. Die Familie von Umbscheiden, denen das Haus und das benachbarte Grundstück gehört, hat den Abriss veranlasst und wird dort neue Wohnungen bauen lassen. Rein formal korrekt, denn eine ordnungsgemäße Abbruch- und Baugenehmigung der Stadt Köln liegt vor. Der Stadtkonservator hatte keine Einwände gegen die Niederlegung des 144 Jahre alten Hauses. Eine Unterschutzstellung gemäß Denkmalschutzgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen wurde abgelehnt. Laut Amt Stadtkonservator erfüllte das Gebäude nicht die notwendigen Kriterien zur Unterschutzstellung, da es im Laufe der Zeit baulichen Veränderungen unterworfen gewesen sei. Dabei wurde der geschichtliche Kontext des Hauses nie wirklich erfasst und gewürdigt. Immerhin gehörte das Haus mit den angrenzenden Gebäuden zu einem Gesamtensemble früher industrieller und städtischer Entwicklung unseres Stadtteils. Argumente, die in diesem Fall die städtischen Denkmalschützer nicht interessierten. Das Bauaufsichtsamt hat Anfang 2017 auf Antrag des Eigentümers die Genehmigung für den Abbruch erteilt. Nun sind die Mauern gefallen.

Das Gebäude wurde im neogotischen Stil um 1873/74 an der damaligen Bahnhofstraße 48 (später Dechenstraße 48, heute Ehrenfeldgürtel 112) erbaut. Bauherr war seinerzeit der Unternehmer August Stange (1823-1897), dessen in den 1860er Jahren begründete Firma Aug. Stange & Co. südlich anschloss. Stange stand später als „Stadtempfänger“ im Dienst der Stadt. Im Adressbuch aus dem Jahre 1895 findet sich folgender Eintrag: „August Stange, Rendant der stadtkölnischen Zahlstelle und Sparkassen-Zweigstelle, Ehrenfeld, Dechenstraße 48“. August Stange vererbte das Haus an seine Kinder. Seine Tochter Emma war verheiratet mit dem Oberstadtsekretär und Standesbeamten des Bezirks Ehrenfeld, Heinrich Fuchs. Beide bewohnten das Haus nach Stanges Tod ab 1897. Heinrich Fuchs war  „Vorsteher der stadtkölnischen Verwaltungsstelle Ehrenfeld“ im alten Rathaus an der Venloer Straße (im 2. Weltkrieg stark beschädigt, 1956 abgerissen). Unter der Rubrik „Ehrung“ heißt es in einer Meldung im Kölner Stadt-Anzeiger vom 5. Oktober 1905: „Am 1. Oktober waren es 25 Jahre, daß der Vorsteher der stadtkölnischen Verwaltungsstelle und des Königlichen Standesamtes, Ober-Stadtsekretär Heinrich Fuchs in Köln-Ehrenfeld als Beamter dort tätig ist. Herr Fuchs, der vorher schon in Wesdtfalen angestellt war, trat allerdings noch unter dem Ehrenfelder Regime ein. Ihm war es vergönnt, bei der rapiden Entwicklung Ehrenfelds tatkräftig als erster Sekretär in der Verwaltung unter Bürgermeister Jesse mitzuwirken. Als 1888 die Eingemeindung erfolgte, blieb der allseitig beliebte und mit den Verhältnissen vertraute, tüchtige Beamte in obengenannter Eigenschaft in Ehrenfeld. Seine Verdienste wurden von Seiten der Stadt Köln durch die spätere Beförderung zum Ober-Stadtsekretär anerkannt…“. Es ist daher nicht verwunderlich, dass das Gebäude Ehrenfeldgürtel 112 in dem sowohl der „Rendant der Zahlstelle Ehrenfeld“ (s. Adressbuch Köln 1891) August Stange bis zu seinem Tod wohnte (s. Sterbeurkunde vom 18. Juni 1897) und in dem später der Standesbeamte und Ober-Stadtsekretär Heinrich Fuchs wohnte (s. Sterbeurkunde seiner Frau Emma vom 9. August 1921)  in früheren Zeiten im Volksmund auch als „Rathaus“ oder „Zollhaus“ bezeichnet wurde.

Während nun die Grabstätte von August Stange und dessen Schwiegersohn Heinrich Fuchs auf dem Friedhof Melaten (Alter Ehrenfelder Friedhof, Flur E 4a 4-5) noch existiert und als erhaltenswert eingestuft ist, ist das für die Ortsgeschichte bedeutendere Gebäude am Ehrenfeldgürtel 112 nun abgerissen worden.

IMG_3971 (FILEminimizer) Grabstätte Stange/Fuchs auf dem Ehrenfelder Friedhof

Das Haus Ehrenfeldgürtel 112 war eines der letzten Gebäude aus der Gründungszeit Ehrenfelds. 1845 gegründet,  gehörte Ehrenfeld zunächst zur Bürgermeisterei Müngersdorf im Landkreis Köln. 1867 wurde Ehrenfeld eigenständige Gemeinde unter Bürgermeister Christian Joseph Leopold Schult (1829 Glessen – 1878 Ehrenfeld). Ehrenfeld war damals schon zu einem bedeutender Standort von Industrie und Gewerbe vor den Toren der Stadt Köln avanciert und strebte selbst das Stadtrecht an. Die Erbauung des Hauses Ehrenfeldgürtel fällt also in die Zeit, als die ab 1867 eigenständige Gemeinde Ehrenfeld das Stadtrecht anstrebte. 1875 in den „Stand der Städte“ erhoben, wurde Ehrenfeld nach zähem Kampf mit den preussischen Institutionen 1879 die „Städte-Ordnung“ verliehen. Das Backstein-Gebäude war also ein letztes bauliches Zeugnis aus der Geschichte Ehrenfelds vor der Eingemeindung nach Köln 1888.

So ging wieder ein Stück altes Ehrenfeld den „Bach runter“. Ich als Vorsitzender der Bürgervereinigung Ehrenfeld habe mich bereits im Sommer 2015 in einem persönlichen Gespräch mit Helga von Umbscheiden für den Erhalt des für die Ortsgeschichte Ehrenfelds bedeutenden Hauses eingesetzt. Da waren die Planungen allerdings schon so weit fortgeschritten, dass in der Sache nichts mehr zu machen war. Auch eine briefliche Intervention bei Oberbürgermeisterin Henriette Reker konnte den Abriss des Hauses letzten Endes nicht verhindern.

Dr. Dieter Brühl

Vorsitzender der Bürgervereinigung Köln-Ehrenfeld, Juni 2017

 

6. Juli 2017
von Bürgervereinigung Ehrenfeld
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Zum Tod von Johann-Albrecht Stach von Goltzheim

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Zum Tod von Johann-Albrecht Stach von Goltzheim

(8. September 1940 – 30. Juni 2017)

Am 30. Juni 2017 verstarb plötzlich und unerwartet unser langjähriges Mitglied Johann-Albrecht Stach von Goltzheim. Er war seit 1993 Mitglied der Bürgervereinigung Köln-Ehrenfeld und hat die Anliegen des Vereins immer wohlwollend unterstützt.

In der Bürgergarde „blau-gold“ hatte er maßgeblichen Anteil an der Gestaltung und Erhaltung des denkmalgeschützten Wasserturmes im Leo-Amann-Park, dem Vereinsdomizil der Bürgergarde. Viele Jahre war er dort im Förderverein des Blau-Gold-Turmes als Geschäftsführer tätig. Aufgrund seiner unermüdlichen ehrenamtlichen Tätigkeiten auch außerhalb des Karnevals wurde er mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Die Bürgervereinigung Köln-Ehrenfeld verliert in Johann-Albrecht Stach von Goltzheim ein verdienstvolles Mitglied und engagierten Unterstützter.

Unsere Gedanken sind bei seiner Familie.

Im Namen des Vorstandes der Bürgervereinigung Köln-Ehrenfeld

Dr. Dieter Brühl, Vorsitzender

Hajo Felser, Stellvertretender Vorsitzender

18. Mai 2017
von Bürgervereinigung Ehrenfeld
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Zum Tod von Hans Wallpott

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Zum Tod von Hans Wallpott

(8. Juni 1927 – 16. Mai 2017)

Am 16. Mai 2017 verstarb im Alter von 89 Jahren unser Ehrenvorsitzender Hans Wallpott.

Er war von 1968 bis 1987 Stellvertretender Vorsitzender der Bürgervereinigung. Seit 1955 hat er bereits als Vorstandsmitarbeiter/-Mitglied aktiv die Geschicke unseres Vereins mit gestaltet und mit seinem durchsetzungstarken Unternehmergeist die Entwicklung Ehrenfelds nach dem Krieg maßgeblich gefördert. Auch die Geschichte unseres Vereins ist durch das jahrzehntelange, engagierte Wirken von Hans Wallpott stark geprägt worden. Seit 1977 war Hans Wallpott Ehrenmitglied, seit 1987 Ehrenvorsitzender der Bürgervereinigung. Er war 1965 Mitbegründer des „Ehrenfelder Kinderdreigestirns“ aus dem später das Kölner Kinderdreigestirn des Festkomitee Kölner Karneval hervorging. Wallpott gehörte auch zu den Mitbegründern des Festausschusses Ehrenfelder Karneval, dessen Vizepräsident er von 1969 bis 1987 gewesen ist. An vielen Stellen in unseren Veedeln hat sich Hans Wallpott für die Bürgerinteressen und die Heimatpflege eingesetzt. Er hat damit bleibende Spuren hinterlassen. In diesem Zusammenhang sei auf den Erhalt des historischen Wasserturms von 1890 im Leo-Amann-Park hingewiesen. Als Bürgergarde-Präsident sorgte Hans Wallpott 1982 für die Restaurierung des Industriedenkmals, das heute als „Blau-Gold-Turm“ das Domizil der Bürgergarde ist. Im Turm steht auch die überlebensgroße Sandsteinplastik der „Justitia“, die einst an der Fassade des abgebrochenen alten Rathauses der ehemals eigenständigen Stadt Ehrenfeld von 1880 ihren Platz hatte. Dass wir heute dieses steinerne Zeugnis Ehrenfelder Eigenständigkeit überhaupt noch bewundern können, ist dem unermüdlichen Spürsinn und der Einsatzbereitschaft von Hans Wallpott zu verdanken.

Angesichts seiner unumstrittenen Verdienste um Ehrenfeld, die Bürgervereinigung und den „Fastelovend om Ihrefeld“ zollt die Bürgervereinigung Hans Wallpott ihren tiefsten Respekt. Wir verlieren mit Hans Wallpott einen Macher und ein Multitalent in vielerlei Hinsicht. Diese herausragenden Verdienste werden auch in Zukunft Vorbild für tatkräftiges Bürgerengagement „om Ihrefeld“ bleiben. Hans Wallpott bleibt unvergessen!

Unsere Gedanken sind bei seiner Frau Annemie Wallpott und der Familie.

Im Namen des Vorstandes der Bürgervereinigung Köln-Ehrenfeld

Dr. Dieter Brühl, Vorsitzender

Hajo Felser, Stellvertretender Vorsitzender

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Die Exequien und die Trauerfeier wurden gehalten am 23. Mai 2017 in der Kirche St. Joseph. Hans Wallpott fand seine letzte Ruhestätte im Familiengrab auf dem Friedhof Melaten.

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4. April 2017
von Bürgervereinigung Ehrenfeld
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Un jitt et och su mänches Eckche,
wat mer in Kölle good gefällt,
et es un bliev et schönste Fleckche,
ming Heimat he, ming Ihrefeld!
Schnorstracks us d´r Ihrepooz,
wie de Chronik meld,
troke Kölsche goden Mot’s
hin zom Ziegelfeld.
Zwesche Felder, Bösch un Wies’
han se sich gezaut
un met Sachverstand un Fließ
Ihrefeld gebaut:
Refrain
Generatione han
Ihrefelf gepräg,
un wie jeder merke kann
quietschvergnög sich wäg.
Op de Plätz un Stroße he
mallich löstig ess,
Ihrefelder „Hotwolé“
jitt e Stroßefess:
Refrain
Ihrefelder Bürger ston
niemols ganz allein,
denn vereint de Hätze schlon
em Bürgerverein.
Dröm, ov fruh ov äns de Zick,
mer gon eine Wäg,
wann mer fass zosamme röck,
geit et uns nie schläch:

Text und Musik: Ludwig Sebus